Fotos in der Cloud: automatische Scans, Kontosperren und Ihr Schutz
Ein Fotoalbum, das niemand außer Ihnen aufschlagen kann, ist keine Nostalgie, sondern eine technische Entscheidung. So legt der Datenputzer Tresor Bilder ab
Die kurze Antwort: Über einer Fotomediathek in der Cloud laufen vier voneinander unabhängige Automatiken: die Sicherung, die Prüfung auf Missbrauchsdarstellungen, die Komfort-Analyse für Suche und Alben sowie neuerdings KI-Assistenten. Jede folgt eigenen Regeln. Gemeinsam ist ihnen eine Voraussetzung: Der Anbieter hält die Schlüssel zu Ihren Bildern.
Auf einen Blick
- Zwei Erkennungsarten, nicht eine: Google beschreibt neben dem Abgleich bekannter Hashwerte auch Klassifikatoren für maschinelles Lernen, die unbekanntes Material finden sollen.
- Der Einsatz ist das gesamte Konto: Bei einem Treffer kann laut Google eine Verwarnung, eine Zugriffsbeschränkung oder die Deaktivierung des Google-Kontos folgen.
- KI kommt in die Mediathek: Google nennt für seine Gemini-Funktionen in Google Fotos ausdrücklich Fotos, Videos und Gesichtsgruppenlabels als verwendete Daten.
- Zwei Mediatheken statt einer: Die praktikabelste Lösung ist nicht der Cloud-Verzicht, sondern eine saubere Trennung nach Erklärungsbedarf.
Vier Automatiken, die auf Ihre Fotomediathek schauen
In Diskussionen über Foto-Privatsphäre werden vier völlig verschiedene Vorgänge regelmäßig in einen Topf geworfen. Das Ergebnis sind Schlagzeilen, die entweder zu harmlos oder zu dramatisch ausfallen. Wir nehmen die vier deshalb einzeln auseinander, denn jede hat einen eigenen Schalter und eine eigene Folge.
Automatik 1: Die Sicherung, die niemand bewusst startet
Am Anfang steht kein Scan, sondern ein Upload. Auf Android-Geräten übernimmt das die Sicherungsfunktion von Google Fotos, auf iPhones die iCloud-Fotomediathek. Beide arbeiten im Hintergrund und erfassen naturgemäß alles, was die Kamera produziert: das Foto vom Parkplatz, damit Sie das Auto wiederfinden, den Screenshot der Überweisung, das Bild des Ausschlags am Arm Ihres Kindes. Niemand trifft dabei eine Auswahl, weil die Funktion genau dafür gebaut wurde, keine Auswahl zu verlangen.
Den Schalter dazu beschreibt Google auf seiner Hilfeseite zum Sichern von Fotos und Videos (abgerufen am 15. September 2026): In der Google Fotos App oben rechts auf das Profilbild tippen, dann die Google Fotos-Einstellungen öffnen, dort den Punkt Sicherung wählen und den Schalter umlegen. Wichtig ist der Hinweis, den Google gleich dazu gibt: Das Abschalten entfernt nichts, was bereits oben liegt. Wer die Sicherung heute deaktiviert und morgen beruhigt ist, hat sich getäuscht.
Automatik 2: Die Prüfung auf Missbrauchsdarstellungen
Diese Automatik ist die folgenreichste und zugleich die am wenigsten verhandelbare. Sie richtet sich gegen Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs, verfolgt also ein Ziel, das kaum jemand in Frage stellt. Interessant ist die Technik dahinter, weil sie zwei sehr unterschiedliche Verfahren umfasst.
Google beschreibt beide in seinem Hilfebereich zum Transparenzbericht. Zum einen kommt Hash-Technologie zum Einsatz, die bekanntes Material anhand digitaler Fingerabdrücke wiedererkennt. Zum anderen heißt es dort: „Außerdem setzen wir Klassifikatoren für maschinelles Lernen ein, um bisher unbekannte Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern zu finden.“ Das ist der entscheidende Unterschied. Ein Hash-Abgleich erkennt nur, was schon einmal als solches eingestuft wurde, und liefert praktisch keine Fehltreffer. Ein Klassifikator dagegen bewertet Bilder, die noch nie jemand gesehen hat, und trifft dabei eine Wahrscheinlichkeitsaussage.
Was auf einen Treffer folgt, formuliert dieselbe Seite nüchtern: „Möglicherweise stellen wir dann je nach Art und Schwere des Verstoßes eine Verwarnung aus, schränken den Zugriff eines Kontos auf bestimmte Google-Produkte oder -Dienste ein oder deaktivieren das Google-Konto.“ Nachlesen lässt sich das in den Erläuterungen von Google zur Bekämpfung von Missbrauchsdarstellungen (abgerufen am 15. September 2026). Bemerkenswert ist der Umfang der Folge: Betroffen ist nicht die Datei, sondern das Konto, und an einem Google-Konto hängen bei vielen Menschen Mailadresse, Kontakte, Kalender und Anmeldungen bei Dritten.
Automatik 3: Die Komfort-Analyse für Suche und Alben
Dass Sie in Ihrer Mediathek nach „Hund am Strand“ suchen können, ist kein Zufallsprodukt. Dahinter steckt eine dauerhafte inhaltliche Auswertung Ihrer Bilder: Objekterkennung, Ortsbestimmung, bei aktivierter Gesichtsgruppierung auch die Zuordnung von Personen über Jahre hinweg. Diese Funktionen sind beliebt, und das zu Recht, denn sie machen zehntausend Aufnahmen erst benutzbar.
Man sollte sich nur klarmachen, was sie voraussetzen. Eine Suchfunktion über Bildinhalte existiert nur, wenn jemand die Bildinhalte kennt. Das ist keine Unterstellung, sondern die Funktionsbeschreibung selbst. Die Frage, ob ein Anbieter etwas tut, hat hier eine klare Antwort, weil er es Ihnen als Produktmerkmal verkauft.
Automatik 4: Der Assistent über der Mediathek
Die jüngste Schicht sind KI-Assistenten, die nicht mehr nur indexieren, sondern auf Zuruf mit Ihrer Sammlung arbeiten. Google beschreibt für seine Gemini-Funktionen in Google Fotos, welche Daten dafür herangezogen werden, und nennt dabei Fotos, Videos, Gesichtsgruppenlabels und Kontoinformationen. Zum Training äußert sich das Unternehmen auf derselben Seite ausdrücklich: „Wir trainieren mit Ihren personenbezogenen Daten aus Google Fotos keine generativen KI-Modelle außerhalb von Google Fotos.“
Diese Zusage gehört zur Fairness dazu, und wir geben sie deshalb im Wortlaut wieder. Lesen Sie den Satz trotzdem genau: Er grenzt ein, wofür die Daten nicht verwendet werden, nicht ob auf sie zugegriffen wird. Zum zweiten Punkt steht dort außerdem, Antworten würden nicht manuell geprüft, außer bei Feedback oder bei Verdacht auf Missbrauch. Die Einzelheiten samt Klickpfad zum Abschalten finden Sie im Privacy Hub von Google Fotos zu den Gemini-Funktionen (abgerufen am 15. September 2026). Wie sich der Unterschied zwischen „wird nicht getan“ und „kann nicht getan werden“ technisch begründet, haben wir in unserem Beitrag zur Zero-Knowledge-Verschlüsselung bei Cloud-Speichern hergeleitet.
Was ein Fehlalarm kostet: ein dokumentierter Einzelfall
Über Fehlerraten von Klassifikatoren lässt sich abstrakt lange diskutieren. Anschaulicher wird es an einem Fall, der gut dokumentiert ist und deshalb hier als das behandelt wird, was er ist: ein Einzelfall, aus dem sich keine Quote ableiten lässt, wohl aber ein Schadensbild.
Heise online berichtete am 22. August 2022 über zwei Väter in den USA, die während der Pandemie auf ärztliche Aufforderung Fotos vom Genitalbereich ihrer Söhne aufgenommen und für eine Ferndiagnose übermittelt hatten. Die Aufnahmen entstanden mit Android-Smartphones und wurden automatisch in die Cloud synchronisiert. Dort stufte die Erkennungssoftware sie als Missbrauchsdarstellung ein. In der Folge verloren beide den Zugriff auf ihre Google-Dienste, in einem Fall bis hin zum über Google laufenden Mobilfunkvertrag. Die polizeilichen Ermittlungen wurden ohne Befund eingestellt. Der Kontozugang blieb dennoch gesperrt. Die Darstellung finden Sie im Bericht von heise online zu gesperrten Google-Diensten nach Arztfotos (abgerufen am 15. September 2026).
Aus diesem Fall folgt ausdrücklich nicht, dass Kontosperren häufig sind. Er zeigt etwas anderes, das für Ihre Planung wichtiger ist: Die Sperre trifft nicht den Ordner, sondern die digitale Identität. Und der Weg zurück führt über ein Einspruchsverfahren, dessen Ausgang Sie nicht kontrollieren. Wer sein gesamtes Leben an ein einziges Konto gehängt hat, hat damit ein Risiko konzentriert, das nichts mit Schuld zu tun hat.
Wenn Ihr Familienarchiv aus mehreren hundert Gigabyte besteht und Sie es nicht länger an einer einzigen Kontosperre hängen lassen möchten: Fotoarchiv mit 600 GB verschlüsseltem Speicher in Deutschland anlegen.
Apples Weg, und warum er die Frage anders stellt
Apple gehört an dieser Stelle gesondert betrachtet, weil das Unternehmen an zwei Punkten einen anderen Weg eingeschlagen hat. Beide sind lehrreich, allerdings in unterschiedliche Richtungen.
Der erste Punkt ist die erweiterte visuelle Suche in der Fotos-App. Sie erlaubt es, die Mediathek nach Sehenswürdigkeiten zu durchsuchen, und Apple beschreibt den Ablauf ungewöhnlich offen: Ein Modell auf dem Gerät prüft, ob ein Bild vermutlich einen Orientierungspunkt enthält, erzeugt daraus eine mathematische Darstellung des betreffenden Bildausschnitts und verschlüsselt diese. Apple hält auf der Hilfeseite ausdrücklich fest, dass diese mathematische Darstellung verschlüsselt an Apple-Server geht und eben keine Bilddaten. Der Abgleich auf dem Server erfolgt homomorph verschlüsselt, das Gerät sendet zusätzlich Schein-Anfragen, und die IP-Adresse wird über ein Relais eines Dritten verborgen. Das ist ein technisch anspruchsvoller Entwurf, der ernst gemeint wirkt.
Und trotzdem lohnt der Blick auf den Schalter. Apple nennt den Weg auf der Hilfeseite zur erweiterten visuellen Suche in Fotos (abgerufen am 15. September 2026): auf iPhone und iPad über Einstellungen, dann Apps, dann Fotos, dort nach unten scrollen; auf dem Mac in der Fotos-App über das Menü Fotos, dann Einstellungen, dann Allgemein. Prüfen Sie selbst nach, in welchem Zustand dieser Schalter bei Ihnen steht. Eine Funktion, die Ihre Bibliothek analysiert, sollten Sie bewusst eingeschaltet haben und nicht bloß vorfinden.
Der zweite Punkt ist der erweiterte Datenschutz für iCloud, und hier ist das Lob uneingeschränkt. Nach Apples Darstellung erhöht diese Option die Zahl der Ende-zu-Ende-verschlüsselten Datenkategorien auf 25, und Fotos gehören ausdrücklich dazu. Nicht erfasst bleiben Mail, Kontakte und Kalender sowie bestimmte Metadaten. Voraussetzung ist, dass Sie zuvor mindestens einen Wiederherstellungskontakt oder einen Wiederherstellungsschlüssel einrichten, denn Apple kann Ihnen danach beim Zugriffsverlust nicht mehr helfen. Die Kategorienliste und die Voraussetzungen stehen in Apples Übersicht zum Datenschutz in iCloud und zum erweiterten Datenschutz (abgerufen am 15. September 2026).
Halten Sie diesen Satz fest, er ist der Kern des ganzen Themas: Der Preis für echte Unlesbarkeit ist immer derselbe, nämlich die eigene Verantwortung für den Schlüssel. Wo ein Anbieter Ihnen den Zugang jederzeit zurückgeben kann, kann er den Inhalt auch lesen. Apple verlangt den Wiederherstellungsschlüssel aus demselben Grund, aus dem der Datenputzer Tresor auf einer 12-Wörter-Phrase besteht.
Ein Bild, das niemand sortieren kann, kann auch niemand melden.
Im Datenputzer Tresor wird jede Datei im Browser mit AES-GCM (256 Bit) verschlüsselt, bevor das erste Byte den Rechner verlässt. Gespeichert wird bei einem deutschen Anbieter in Nürnberg. Auf dem Server liegen Chiffretext und technische Hüllen, keine Bilder, die sich einstufen ließen.
Tresor kennenlernenDer Foto-Privatsphäre-Check in zehn Minuten
Diese fünf Schritte sind bewusst in dieser Reihenfolge angeordnet. Sie beginnen bei dem, was künftig passiert, und arbeiten sich zu dem vor, was bereits passiert ist. Umgekehrt herum verlieren die meisten Menschen unterwegs die Geduld.
Schritt 1: Klären Sie, was gerade hochgeladen wird. Öffnen Sie die Sicherungseinstellung Ihrer Foto-App und sehen Sie nach, ob die automatische Sicherung läuft und welches Konto sie benutzt. Der Klickpfad für Android steht oben. Auf dem iPhone finden Sie ihn unter Einstellungen, dann Ihr Name, dann iCloud, dann Fotos. Notieren Sie sich das Ergebnis, denn alle weiteren Schritte hängen davon ab.
Schritt 2: Sehen Sie den Schalter für die Inhaltsanalyse an. Auf Apple-Geräten ist das die erweiterte visuelle Suche, bei Google die Gemini-Funktionen in Google Fotos. Beide lassen sich abschalten, beide kosten Sie dabei Komfort. Treffen Sie die Entscheidung bewusst, statt sie zu erben.
Schritt 3: Machen Sie den Screenshot-Durchlauf. Öffnen Sie in Ihrer Mediathek das Album mit den Screenshots und scrollen Sie zwei Minuten lang durch. Dieses Album ist bei fast allen Menschen das heikelste der gesamten Sammlung, weil dort Kontostände, Krankschreibungen, Impfnachweise, Chatverläufe und Wiederherstellungscodes liegen. Niemand hat je entschieden, das in die Cloud zu laden. Es ist einfach passiert.
Schritt 4: Suchen Sie gezielt nach den vier Risikobegriffen. Tippen Sie in die Suche Ihrer Foto-App nacheinander „Ausweis“, „Dokument“, „Rezept“ und „Bildschirmfoto“. Das funktioniert nur, weil die Komfort-Analyse aus Automatik 3 Ihre Bilder bereits erschlossen hat, und genau darin liegt die Lehre dieses Schritts: Was Sie in Sekunden finden, findet der Dienst ebenfalls. Verschieben Sie die Treffer aus der Mediathek heraus.
Schritt 5: Räumen Sie den Papierkorb ab. Gelöschte Aufnahmen bleiben in beiden großen Diensten für eine Übergangszeit erhalten. Wer in den Schritten 3 und 4 sortiert hat, sollte den Papierkorb anschließend leeren, sonst bleibt der interessanteste Teil der Sammlung genau dort liegen, wo er nicht mehr sein sollte.
Die Foto-Notfallmappe: fünf Dinge, die vor einer Kontosperre erledigt sein müssen
Diese Liste entsteht aus einer einfachen Beobachtung: Wer seinen Kontozugang verliert, verliert im selben Moment die Werkzeuge, mit denen er den Verlust bearbeiten könnte. Die Mailadresse zum Einspruch liegt im gesperrten Konto. Die Zwei-Faktor-Codes ebenfalls. Deshalb gehört die Vorbereitung vor den Vorfall, nicht danach.
Erstens: eine Zweitkopie außerhalb des Anbieters. Ein Datenexport Ihrer Fotos, abgelegt bei einem zweiten Anbieter oder auf einer externen Festplatte. Entscheidend ist nicht die Häufigkeit, sondern dass diese Kopie nicht am selben Konto hängt wie das Original. Setzen Sie sich einen halbjährlichen Termin, das genügt für Erinnerungsfotos.
Zweitens: eine Ersatz-Mailadresse bei einem anderen Betreiber. Nicht bei demselben Konzern. Diese Adresse hinterlegen Sie überall dort als Wiederherstellungsadresse, wo es möglich ist. Sie ist Ihr Rückweg, wenn das Hauptkonto stillsteht.
Drittens: Zwei-Faktor-Codes, die nicht im betroffenen Konto liegen. Notieren Sie die Wiederherstellungscodes Ihrer wichtigsten Dienste auf Papier. Ein Screenshot in der Fotomediathek ist an dieser Stelle die schlechteste aller Varianten, weil er genau dort liegt, wo das Problem beginnt.
Viertens: eine Liste der Anmeldungen über das Cloud-Konto. Gehen Sie einmal durch, wo Sie sich mit „Mit Google anmelden“ oder „Mit Apple anmelden“ registriert haben. Bei kritischen Diensten, etwa Bank, Versicherung oder Behördenportal, lohnt sich der Wechsel auf ein eigenständiges Passwort. Damit entkoppeln Sie den Schaden.
Fünftens: die sensiblen Aufnahmen aus der Prüfzone nehmen. Das ist der wirksamste Punkt, und er ist zugleich der einzige, der nicht nur das Konto, sondern auch die Privatsphäre schützt. Bilder, die in einem verschlüsselten Speicher liegen, werden nicht eingestuft, weil kein Dienst sie lesen kann. Zweitkopie Ihrer Fotos verschlüsselt in Deutschland ablegen und den Rest der Mediathek weiter bequem nutzen.
Die Zwei-Mediatheken-Regel
Der Rat, Fotos grundsätzlich aus der Cloud fernzuhalten, klingt konsequent und ist in der Praxis unbrauchbar. Menschen verlieren Telefone, und ein verlorenes Telefon ohne Sicherung bedeutet den Verlust von Jahren. Das Risiko der Offenlegung gegen das Risiko des Verlusts zu tauschen, ist kein Fortschritt.
Sinnvoller ist eine Trennung nach einem einzigen Kriterium: Erklärungsbedarf. Stellen Sie sich zu jeder Aufnahme die Frage, ob Sie sie einem fremden Sachbearbeiter erklären müssten, der sie ohne Kontext sieht. Fällt die Antwort mit Nein aus, gehört das Bild in die bequeme Mediathek. Fällt sie mit Ja aus, gehört es in die verschlüsselte.
Mediathek A, die bequeme: Urlaub, Landschaften, Essen, Haustiere, Konzerte, Screenshots von Rezepten und Fahrplänen, Belege ohne Kontodaten. Hier zählt der Komfort, und der Verlust wäre schlimmer als die Einsicht. Lassen Sie hier Suche, Alben und Erinnerungen eingeschaltet.
Mediathek B, die verschlüsselte: Aufnahmen von Kindern beim Baden oder Wickeln, medizinische Fotos jeder Art, Ausweis- und Führerscheinscans, Kontoauszüge, Unterschriftenproben, Wiederherstellungscodes, Fotos aus Trennungs- oder Sorgerechtsverfahren, alles Berufliche mit Verschwiegenheitspflicht. Für diese Gruppe ist jede Diskussion über Einstellungen zweitrangig. Hier zählt allein, ob jemand außer Ihnen das Bild überhaupt darstellen kann.
Ein Praxishinweis, der oft fehlt: Verschieben heißt verschieben. Wer eine Kopie in den verschlüsselten Speicher legt und das Original in der Cloud liegen lässt, hat die Angriffsfläche verdoppelt statt halbiert. Prüfen Sie nach dem Umzug den Papierkorb und, falls vorhanden, die Gerätesicherung.
| Frage zur Fotomediathek | Datenputzer Tresor | Foto-Cloud mit Anbieter-Schlüssel |
|---|---|---|
| Kann eine Automatik das Bild einstufen? | Nein, auf dem Server liegt nur Chiffretext | Ja, der Dienst kann den Bildinhalt auswerten |
| Was sehen die GPS-Daten im Bild? | Niemand, sie stecken in der verschlüsselten Datei | Der Dienst, er baut daraus Ortsalben |
| Suche über Bildinhalte | Gibt es nicht, bewusst | Vorhanden und komfortabel |
| Was ist für den Betreiber sichtbar? | Dateigröße, Blockanzahl, Zeitstempel, Speicherbelegung | Bild, Dateiname, Ort, Personen, Aufnahmezeit |
| Was passiert bei Schlüsselverlust? | Ohne Passwort und 12 Wörter sind die Bilder endgültig weg | Der Anbieter stellt den Zugang wieder her, weil er ihn hat |
Wie der Datenputzer Tresor mit Fotos umgeht
Der ehrliche Teil zuerst, weil er die Erwartung richtig setzt. Der Datenputzer Tresor ist keine Foto-App. Es gibt keine Gesichtserkennung, keine automatischen Rückblicke, keine Ortsalben und keine Suche über Bildinhalte. Die Zahl der Ordner ist auf 64 pro Tresor begrenzt. Wer seine Mediathek nach Personen durchsuchen möchte, wird hier nicht glücklich, und das ist kein Versehen, sondern die direkte Folge der Bauweise.
Technisch läuft es so ab: Beim Einrichten würfelt Ihr Browser 32 zufällige Bytes als Master-Schlüssel. Aus Ihrem Passwort wird lokal ein Schlüssel abgeleitet, der diesen Master-Schlüssel versiegelt. Fotos werden vor dem Upload in Blöcke geteilt und jeweils mit AES-GCM (256 Bit) verschlüsselt, jeder Block mit eigenem Zufallswert. Die verschlüsselten Blöcke wandern in einen Objektspeicher bei Hetzner in Nürnberg. Dateinamen und Ordnerstruktur liegen verschlüsselt im Änderungsjournal, im Klartext existieren sie nur lokal in Ihrem Browser, nachdem Sie entsperrt haben. Nachvollziehen können Sie das in der öffentlichen technischen Dokumentation.
Für Fotos hat das einen Nebeneffekt, der selten erwähnt wird. Die Standortdaten und die Kameradaten, die jedes Smartphone in eine Bilddatei schreibt, stecken innerhalb der Datei. Wenn die Datei als Ganzes verschlüsselt wird, ist auch dieser Teil unlesbar. Ein Dienst, der Ihre Bilder auswertet, liest diese Angaben dagegen mit, ganz ohne den Inhalt zu deuten.
Die Kehrseite benennen wir genauso klar, denn sie ist untrennbar: Ohne Ihr Passwort und ohne Ihre 12-Wörter-Phrase kommt niemand mehr an die Bilder, auch wir nicht. Betriebsdaten wie Dateigrößen, Blockanzahl und Zeitstempel bleiben für uns sichtbar, sonst ließe sich kein Konto führen. Und solange der Tresor im Browser entsperrt ist, könnte Schadsoftware auf demselben Gerät theoretisch mitlesen. Wer diese drei Punkte kennt, entscheidet informiert. Wie sich diese Bauweise von den Vertragsversprechen der großen Anbieter unterscheidet, zeigt unser AGB-Check von Drive, OneDrive, Dropbox und iCloud; wie Assistenten auf Dokumente zugreifen, haben wir am Beispiel von OneDrive und Copilot durchgespielt.
Häufige Fragen
Werden meine Fotos in der Cloud gescannt?
Google beschreibt in seinem Transparenzbericht-Hilfebereich zwei Verfahren: den Abgleich von Hashwerten gegen bekanntes Missbrauchsmaterial und Klassifikatoren für maschinelles Lernen, die bislang unbekannte Darstellungen finden sollen. Je nach Art und Schwere eines Verstoßes kann Google nach eigener Darstellung verwarnen, den Zugriff einschränken oder das Konto deaktivieren. Möglich ist eine solche Prüfung nur, weil der Anbieter die Bilder in lesbarer Form vorliegen hat.
Kann ein Fehlalarm mein Cloud-Konto kosten?
Dokumentiert ist das für Einzelfälle. Heise online berichtete im August 2022 über zwei Väter in den USA, die auf ärztliche Aufforderung Fotos vom Genitalbereich ihrer Söhne aufgenommen hatten. Die Bilder wurden automatisch synchronisiert und als Missbrauchsdarstellung eingestuft. Beide verloren den Zugriff auf ihre Google-Dienste, obwohl die polizeilichen Ermittlungen ohne Befund eingestellt wurden. Eine Häufigkeit lässt sich daraus nicht ableiten, ein Schadensbild schon.
Wie speichere ich sensible Fotos privat?
Trennen Sie Ihre Aufnahmen in zwei Mediatheken. Alltagsbilder dürfen in der bequemen Cloud bleiben, weil dort der Verlust schwerer wiegt als die Einsicht. Aufnahmen von Kindern, Gesundheitsfotos, Ausweisscans und alles, was ohne Kontext erklärungsbedürftig wäre, gehören in einen Speicher mit clientseitiger Verschlüsselung. Dort entsteht der Schlüssel im Browser, der Anbieter erhält nur Chiffretext und kann deshalb keine Inhaltsprüfung durchführen.
Ihre Dateien. Ihr Schlüssel. Punkt.
Sie wissen jetzt, welche Automatiken auf eine Fotomediathek schauen und welche Bilder dort nichts zu suchen haben. Für diese zweite Gruppe gibt es den Datenputzer Tresor: im Browser verschlüsselt, in Deutschland gespeichert, nur mit Ihrem Schlüssel zu öffnen.
Zero-Knowledge-verschlüsselt, deutsche Server & jederzeit kündbar